Freitag, 28. November 2008

Produktionsmittel vs. Professionalität vs. dieLiebezumDetail vs. Emotion vs. Erfahrung vs. know how vs. ... kurz gesagt, Recording!

Aufnahmen, sie konservieren Songs für die Ewigkeit, verbreiten Musik, lassen die Stimmen von Toten wieder auf erstehen und sind eine gute Ausrede wenn man sich vor anderen Leuten rechtfertigen muss, warum man so viel Zeit in Proberäumen verbringt.
Ja, es gibt riesige Studios in denen ein Tag locker so viel Geld kostet wie das Monatsgehalt eines Angestellten, in denen Equipment herumsteht, das soviel Wert ist, dass man sich davon locker einen Ferrari oder zwei rauslassen könnte. Das Problem ist, diese Produktionsmittel sind meistens auch in den Händen von Pro´s, die diese durchaus auch bisweilen benötigen. Jedoch stellen Pros ihr Equipment nur demjenigen zur Verfügung, der genügend Geld mitbringt oder wenn man mit demjenigen einen Vertrag hat der einen dazu berechtigt den Künstler hinterher aus zu nehmen.
Homrecording blüht und know how auf dem low cost Sektor ist gefragt wie noch nie. Such mal bei youtube nach Homerecording.
Die Frage die sich einem stellt ist daher, ob man solche Sachen auch günstiger machen kann, warum klingen manche Sachen einfach so geil und warum klingt es so shice wenn ich Sound über ein sure SM58 über ein Mischpult blank, ohne ein bisschen Hall in einen Rechner "reinballere"?

Die Antwort ist, es gibt keine einheitliche Lösung und darüber zu streiten welches Programm und welcher Rechner nun, und überhaupt welches Mikro etc. etc. hat keinen Sinn.
Denn es gibt Aufnahmen die wurden in Wohnzimmern gemacht und klingen weit besser als manches professionelle andere Gedöns und es gibt Aufnahmen aus riesigen Studios die seelenlos oder auch einfach nur schlecht sind. Die einzige und meiner Meinung nach beste Art sich dem Thema an zu nehmen ist, es selbst zu versuchen und so viel wie möglich damit zu experimentieren, natürlich wird man einen Unterschied feststellen ob man ein Großmembranröhrenmikro für 5000€ oder ein sure sm58 verwendet, allerdings gibt es auch im Preisbereich eines sure Mikros Kondensatormikros die sich zum Aufnehmen eignen. Ausserdem verleiht ein sm58 über einen Verzerrer und durch einen Kompressor gejagt, dir vielleicht genau den Sound, den deine Metalcombo braucht.
Gesang z.B. ist meiner Meinung nach sowieso zu 70% Emotionssache, wenn ich einen harten Metalsong einsinge, würde ich dabei nicht gerade an eine Blümchenwiese denken. Umgekehrt singt man mit einer halben Flasche Wein intus vielleicht auch gefühlvoller den Lovesong.
Wichtig ist, dass man sich dabei wohl fühlt, warum sonst glaubt ihr sind die Gesangsaufnahmen für so Songs wie Kaiser Chiefs - Oh my God, oder das komplette Album Burn my Eyes von Machine Head in den Wohnzimmern der jeweiligen Sänger entstanden. Daftpunks - Homework ist komplett bei denen zu Hause entstanden und hat sich "nur" knapp 2,5 Millionen mal verkauft.
Und das was für den Gesang gilt gilt überall im homerecording, man muss mit seinem Equipment klar kommen und sich damit wohl fühlen. Und man sollte versuchen immer ein Maximum aus allem was einem zur Verfügung steht raus zu holen, und in diesem Bereich ist es genau als ob man ein Instrument lernt, Erfahrung schlägt Equipment, denn wer nicht z.B. nicht Gitarre spielen kann, der kann auch auf einer PRS Custom die an einem Diezel Amp hängt nicht spielen, wohingegen ein Billy Corgan auf einer pinken Billiggitarre Welthits geschrieben und auch gespielt hat.
Ich bin heute Morgen gefragt worden, wie ich da vorgehe wenn ich an Songs arbeite, und ich muss sagen, da das Thema recording für mich auch ziemlich neu ist (zumindest als derjenige der selbst am Regler dreht). Ich hab keine Ahnung ich mach einfach und versuch das Beste raus zu holen und jeden Tag zu lernen, zu gucken wie andere das machen und aus zu probieren, kurz sich einfach damit beschäftigen, dann sollte auch von all dem was in der Überschrift drin ist was dabei sein.

Schließlich lernt man Gitarre spielen auch nicht ohne das Ding mal in die Hand zu nehmen, oder?
Infos gibts genug und auch das equipment wird immer günstiger und besser ich glaube daher die Kunst ist eher brauchbares von nicht brauchbarem zu trennen und das für sich raus zu suchen, was für einen selbst funktioniert, also dann, frohes schaffen!


Freitag, 14. November 2008

unknown heroes - Richard Patrick

Zum Wochenende nochmal einen unkown hero, wir hatten in dieser Kategorie schon länger keinen mehr. So ganz unknown ist er wie immer nicht, man muss sich den Heldenstatus schließlich auch irgendwie verdienen.
Richard Patrick ist nicht nur eine Zeitlang der Tourgitarrist von Trent Reznor bei NIN gewesen sondern er ist auch der Gründer/Sänger der Band Filter, die mit ihrem tonnenschweren Industrialrock den Weg für so viele Bands wie Korn, Limp Bizkit, Manson etc. geebnet haben. Gut, manche sind auch der Meinung man sollte Patrick dafür verkloppen. Aber mal ehrlich wir kennen alle mehr Filter Songs als uns lieb ist, zumindest die, die auch schon mal Akte X gesehen haben oder Underworld. Was aber macht Patrick so besonders, dass sein Bruder Robert Schauspieler ist, der unter anderem auch in Terminator 2 mitwirkte? Wohl kaum!

Auch seine Zwillingsschwester, mit dem seltsamen Namen Cheri würde ihn nicht in diese Kategorie bringen, es sind vielmehr eine Vielzahl von kleinen Dingen, die kleinen mutigen Dinge wie z.B. Kontroversen aus zu lösen indem man einen Song namens "hey man nice shot" schreibt kurz nachdem sich Bud Dwyer in aller Öffentlichkeit und auch Curt Cobain selbst gerichtet hatten.
Es ist das Vergnügen in seinen Balladen nach 5 Jahren immer noch neue Sachen raus zu hören, z.B. verzerrte Gitarren in "take a picture" die in den Hintergrund einer Akkustikgitarre gesmischt werden und die Tatsache, dass diese Songs meiner Generation so viel Vorlauf auf alles was da kommen würde gegeben haben.
Oder vielleicht ist es auch die Tatsache, dass Bands wie Korn und Konsorten ihn immer noch als einen wichtigen Einfluß sehen und mal eben Filter Songs mit ihm am Mikrofon als zugabe Brettern, nur weil er zufällig in der Stadt ist?



Ich denke es ist alles das und noch vieles mehr und ich werde mir die Tage mal Zeit nehmen sein neues Projekt näher zu untersuchen, Army of everyone.

Aber weils so schön ist, noch nen Filter Song ... und ein schönes Wochenende!




Der Chefrocker

Mittwoch, 12. November 2008

skewrl is screwed by chinese demoracy! Maybe a conspiracy can help?

Ich will euch heute eine kleine Geschichte erzählen, die ich schon seit August so am Rande verfolge, es geht dabei um einen jungen Herrn Namens Kevin "Skerwl" Cogill, dessen Kommentare und Beiträge auf Antiquiet mich immer wieder erfreuen.
Endlich mal eine website, die unabhängig von anderen Medien über Musik berichtet und dabei kein Blatt vor den Mund nimmt. Skwerl ist dabei manchmal ein richtiges Arschloch aber ich bin trotzdem immer um jeden froh, der wenn er schreibt, nicht den Medien alles nachplappert. Ausserdem hat er einen sehr exklusiven und wie ich finde exzellenten Musikgeschmack.

In der Rolling Stones wird er seit Monaten erwähnt, aber nicht weil er ein tolles Album gemacht hätte oder eine besonders tolle Rezension geschrieben, nein, dort nennt man ihn nur den Chinese Democracy leaker!

Was war passiert? Skerwl hatte von unbekannten ein file mit 9 Songs des Chinese Democracy Albums von Guns n Roses zugeschickt bekommen. Und tat, was Blogger eben so tun, stellte sie auf seinen Blog (wohlgemerkt nur zum Anhören nicht zum Download). Tja und nachdem die website vor lauter traffic kurz mal zusammengebrochen war, stand auch schon kurze Zeit später das FBI vor seiner Tür und seit dem, schlägt sich Kevin mit den Folgen rum.

Ihm drohen Momentan bis zu 5 Jahren Haft und gestern hat er sich schuldig bekannt um die mögliche Haftstrafe auf ein Jahr runter zu drücken. Jetzt bin ich durchaus Zwiegespalten, ich mag Kevins Art zu schreiben und ich finde es auch okay, wenn er auf seiner Seite ab und an mal einige Hörproben von kommenden Alben hochstellt, aber ich kann auch Herrn Rose verstehen, der pissed ist, dass "unfertiges" Material im Netz rumgeistert.

Was soll man da machen? Ehrlich gesagt ich weiss es nicht, aber der ganze Prozess, das Gestreite, die trotzdem sehr positive Kritik, die das Album fairerweise von Kevin bekam, hätten auch einen Souveräneren Umgang seitens aller beteiligten zu gelassen. Letzten Endes war das Album dadurch ständig in der Presse präsent, wenn auch nicht so wie warscheinlich geplant und auch ein Herr Rose könnte da mal beide Augen zu drücken. Zumal es sich ja nicht um ein torrentfile des ganzen Albums handelte, das Skerwl mit bösartiger Absicht in Umlauf gebracht hatte, sondern nur um ein paar prelistenings. Warscheinlich muss das in den Staaten einfach so laufen, dass jeder jeden verklagt.

Jedenfalls freuen sich Skewrl und ich schon wie kleine Kinder auf das neue Album der "International Noise Conspiracy", dass am 14. November (25. November in den USA) erscheint und bei Antiquiet gibts auch schon wieder einen Song des neuen Albums, denn Kevin ist zufälligerweise schon wieder eine Vorabversion in die Hände gefallen.
Nur mit dem Unterschied, dass die Schweden anscheinend viel relaxter mit sowas umgehen, ich glaube Dennis Lyxzen (refused, International noise conspiracy) würde einen nicht mal verpfeifen, wenn er einen dabei erwischt, wie man seine Alben im Laden klaut, deswegen auch der Aufruf von Kevin, "steal this album".
Dennis steht zu dem was er sagt, wenn er singt Capitalism stole my virginity! Interessanterweise haben sich TINC dieses mal Rick Rubin als Produzenten an Bord geholt, ich will ja nicht unken aber das war auch das Ende von "At the drive in".

Jedenfalls könnte sich Axl Rose von dieser großartigen Combo in Sachen Entspanntheit mal ein Stück abschneiden, denn die verklagen Kevin mit Sicherheit nicht. Die Konsequenz für mich jedenfalls wird sein, das neue Album "the cross of my calling" von International noise conspiracy wird auf jeden Fall gekauft. Das kann man auch guten Gewissens tun, denn Vagrant Records ist noch eines der wenigen unabhängigen, "netten" Lables, mit schicken Bands wie "thrice", "Alexisonfire" oder den "Eels". Wohingegen ich mir jetzt nicht vorstellen kann, die "Chinese Democracy" von Guns n Roses noch käuflich zu erwerben , auch wenn Kevin das Album auch nicht schlecht findet und sich unser Musikgeschmack oft deckt.

What have you learned Axl Rose? What have you learned Universal?

Dienstag, 11. November 2008

Warum in die Ferne schweifen ...

wenn das Gute liegt so nah. Wenn ich mir diese lächerlichen MTV Awards ansehe und was da als deutscher Export so mitgeliefert wird, da möchte ich kotzen und ich glaube auch, dass die Schweizer und Österreicher weit bessere Bands haben als bisher angenommen. Ich kann für die Schweizer und Österreicher Szene nicht wirklich sprechen, deswegen mache ich heute mal bei der Listenlästerei eine eigene Liste und zwar die, der meist unterschätzten Bands aus Deutschland, man merke, die müssen nicht unbedingt deutsch singen, und nein da sind keine Ärtze, Rammstein oder sowas in der Art dabei, denn die würde ich nicht als unterschätzt bewerten ;)und die ganze deutsche Popwelle von wegen Tocotronic, Tomte etc. und das ganze Hamburger Schule Zeug, lass ich auch mal ganz bewusst weg, denn die meisten von denen halte ich für überbewertet oder es passt, sie sind genau da, wo sie hin gehören.

Also hier mal die Top 5:

Platz Nummer 5, eine Band auf die ich schon zu Zeiten von 48/49 also so Mitte/Ende der neunziger aufmerksam wurde, die nach 9 Jahren Schufterei mit der Erwähnung in einem Ärzte Song quasi geadelt wurden und langsam endlich die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen. Nicht mehr so total unterschätzt wie einst und live immer eine Macht, die beatsteaks!



okay zugegeben so unterschätzt sind die wirklich nicht mehr, aber ich denke sie sollten international laufen. Meiner Meinung nach in einer Reihe mit Bands wie den Foo fighters oder Green Day.

Platz Nummer 4 ist eine Band, an die ich immer denken muss, wenn ich so Sachen wie Killswitch Engage höre, denn in Sachen Metalcore brauchen wir in Deutschland wirklich nicht zu geizen, da könnte ich aus dem Stegreif 5-6 Bands aufzählen die in diese Kategorie fallen, Bands die astreinste Prügelmucke produzieren und nie die Anerkennung bekommen, die sie verdient haben, da wären Acts wie Heaven shall burn, Crosscut oder Deacon die sich in keinster Weise vor der Konkurenz verstecken müssen ... aber meistens denke ich an Caliban, wenn mir wieder einfällt, dass wir doch mit die härtesten Bands der Welt in der Bundesrepublik haben.



wie gesagt die Liste erhält keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt nur die Meinung des Verfassers wieder, ihr könnt gerne euren Senf dazu abgeben.


PLatz 3 geht an "The Notwist" inklusive sämtlicher Nebenprojekte, wie z.B. 13&God und alles was Console, der Herr der IndieRockElektroAvantgarde Deutschlands sonst noch anfasst, es klingt alles geil! Es ist so Musik die sich nach einem ruhigen Abend bei einem Glas Wein mit Freunden anfühlt, ich liebe diese Band und dabei haben sie mal mit Metal und Punk angefangen und waren z.B. mit Therapy? oder Bad Religion auf Tour. Interessanterweise gibt es nichts, was wirklich vergleichbar klingt und diese Jungs sind auch in Amiland im Indieuntergrund bekannt wie die bunten Hunde. Sagte ich Jungs? Na ja die etwas betagteren Herren hatten ihren wirklichen Durchbruch erst weit jenseits der 30 und sind mittlerweile jenseits der 40, vielleicht ist das auch der Grund, warum ihre Musik so abgeklärt wirkt. Vergleichbar sind sie wenn überhaupt nur mit Acts wie Björk oder Radiohead und sollten aber meiner Meinung nach auch auf diesem Level operieren, live sind sie absolut verzaubernd und somit eine der unterschätztesten Bands aus Bayern, Weilheim in Oberbayern, um genau zu sein.



ich würde euch jetzt noch gerne 13&God ans Herz legen, aber das passt dann nicht mehr ganz in diese Kategorie, den dort arbeiten die Oberbayern mit themselves aus NY zusammen, wer das mal live sehen durfte, vergißt das nie wieder.

Platz Numero 2 geht an eine andere bayrische Combo und nein das liegt nicht daran, dass der Sänger zufällig an der selben Schule wie der Chefrocker war und auch nicht daran, dass er diese Nasen persönlich kennt und blah, mal ganz ohne Bestechungsbonus, diese Jungs kämpfen sich schon seit Jahren durchs Business und waren auch schon mal wesentlich dicker unterwegs, haben aber meiner Meinung nach mit den letzten drei Alben "Porcelain", "the southern comfort" und "the black path" gezeigt, dass sie mehr können als nur new metal Gedresche und der Hype der 01/02 um diese Band gemacht wurde, hat ihnen, meiner Meinung nach, nur geschadet. Zu unrecht als reine New Metal gehypte 4Lyn Kopie verschrien, denn solche Combos wie 4Lyn oder HBlockx haben sie aus meiner Sicht schon lange hinter sich gelassen, erwachsen düster, hart und brilliant kommen die neuen Songs der Emil Bulls daher und trotz des immer noch beschissenen Namens (und jetzt werden diejenigen unter euch die mich kennen schlucken) nenne ich sie gerne in einem Atemzug mit z.B. den Deftones.



ja ich finde die wirklich gut und unterschätzt sind sie allemal.

PLatz 1 in der Kategorie, meist unterschätzte Band Deutschlands, laut Meinung der guitarrockblog Redaktion ist jedoch eine andere Band. Man muss deren Alben ungefähr 17,4 mal hören, bis sie sich einem völlig erschließen. Die Jungs kommen aus Koblenz und es wundert kaum, dass selbst deren Nebenprojekte wie scumbucket innerhalb kürzester Zeit von sich reden machen. In Japan sind sie übrigens weit erfolgreicher als hier, auch wenn die diesjährige Festivalsaison für diese Buben wesentlich besser lief als die Jahre zuvor, man darf auf größere Bühnen, bekommt bessere Positionen und trotzdem touren diese Knaben immer noch auf den kleinen Clubbühnen wie z.B. demnächst in der Regensburger Mälze. Ich kann mich erinnern sie vor 30 Leuten in einem Miniclub gesehen zu haben, und in meinem Kopf ging das etwa so: "Scheiße hab ich ein Glück heute hier zu sein, ich werde die nieeeeeeee wieder in einem so exklusivem kleinen Rahmen sehen". Die Rede ist natürlich von Blackmail. Interessant ist übrigens, dass sie ein Angebot von Virgin zunächst abgelehnt haben, da ihnen das Major keine künstlerische Freiheit zugesagt hatte, mittlerweile sind sie zwar auch auf Warner aber Gott sei Dank zu besseren Bedingungen. Eine Entscheidung die Mut verlangte, die sich hoffentlich auszahlt, musikalisch auf einem Level mit Muse, Rival Schools, Queens of the stoneage etc. etc. sie haben von allem etwas sind aber trotzdem Eigenständig ohne irgendwen zu imitieren und dem Trend der "the bands" hinterher zu laufen, zweifellos eine der besten Bands in Deutschland, nur wissen es noch zu wenige.



wird sich aber bald ändern.

Montag, 10. November 2008

what would Ray Cokes do /oder/ is MTV Dead?

Ray Cokes, die etwas älteren unter euch werden ihn noch kennen, ist heute eine Legende. Einer der erstem MTV Moderatoren an dessen Lippen meine Generation jeden Tag hing, als es zu den "Most wanted" Videos ging. Dieser Mann hatte noch Witz und esprit. Weit weniger witzig hingegen ist, was gerade mit MTV und Viva passiert. Es ist jetzt nicht wirklich überraschend, dass Viacom (die übrigens seit kurzem auch bei VIVA die Aktienmehrheit haben und dort ebenso Leute entlassen) immer mehr die Landeseigenen Produktionen zurück fahren und sie durch ätzende Datingshows und anderen Blödsinn ersetzten, die MTV News werden kurzerhand mal eben gecancelled und ganze Redaktionsteams entlassen. Wer braucht schon News aus der deutschen Musikszene auf einem Musiksender, wenn er dafür "A shot at love with Tila Tequila haben kann" wo eine wildgewordene Bisexuelle potentielle Bettgefährten castet, mal ehrlich wen interessiert das? Das Geschäft mit dummdreisten Klingeltönen läuft auch nicht mehr so gut und "folgerichtig" versucht man mit Entlassungen und Kürzungen das ohnehin schon billige Programm auch noch kostengünstig zu machen und macht es damit nur noch armseeliger.
Ray Cokes wurde kürzlich zum Sterben von MTV befragt, dass schon seit einiger Zeit in den Medien beschworen wird und er meinte, das sich MTV kaputt optimiert hätte (mit dieser Meinung steht er auch nicht alleine da), es ist nicht mehr die Rebellion die es mal war und das, was einst MTV für die Jugendkultur war, spielt sich jetzt im Internet ab und da hat MTV (wie auch die großen Labels) den Anschluß verloren.

Da nützt es auch nicht Problogger und Klatschtante Perez Hilton, die EMAs moderieren zu lassen, wenn man am selben Tag etliche Kündigungen für kreative Köpfe ausspricht, die noch die einzigen Sendungen gemacht haben, die ich nicht bei Youtube sehen konnte, den dort finde ich keine klasse Interviews wie jüngst von Kafka und Farin Urlaub (Rockzone soll demnächst auch gestrichen werden bzw. zur reinen Clipshow degradiert, und dabei ist das sowieso nur eine Stunde in der Woche).
Den kläglichen Versuch mit Best Show ever ein Format zu generieren, bei dem eigenener Content mit eingebracht werden kann ist zu zaghaft und läuft vormittags zu einer Zeit wo die meisten Arbeiten oder in der Schule sind, zu kurz gedacht, wenn man mich fragt.
Der Mut ist auf der Strecke geblieben und folgerichtig hat das klassische MTV Publikum sich auch abgewendet.
Das was Ray Cokes meinte, als er neulich auf Polylux sagte, dass sich Musikrebellion aufs Netz verlagert hat sind Portale wie ligx.de die live Konzerte live übertragen und auch speichern, so dass ich mir z.B. 3 Konzerte meiner Lieblingsbands hintereinander ansehen kann, ohne Werbeunterbrechung. Bisher sind das zwar nur relativ kleine Bands aber was dort passieren wird ist ab zu sehen, ich habe das Portal noch nicht getestet aber angeblich soll man dort auch eigenen content hochladen können und die Jungs haben ein Team, dass sie auf Konzerten vorbeischicken, um diese auf zu zeichnen. Die logische Konsequenz aus meiner Sicht wären z.B. Umfragen unter den Nutzern welche Konzerte sie am liebsten sehen wollen etc. etc. oder z.B. Kyte.tv auf denen man unter vielen Channels das aussuchen kann, was man wirklich sehen will und wann man etwas sehen will. Ganz zu schweigen von den unzähligen hör was du willst portalen (hier wurde bereits über einge davon berichtet) , oder der creative commons Gemeinde, die auch immer mehr an Fahrt aufnimmt.

Die Pussycat Dolls z.B. nahmen die Probe für Die MTV Awards auf und zeigten sie auf Kyte.tv, man kann also wieder mal sagen, das web war schneller und interessanter (wer würde nicht gerne seiner Lieblingsband mal beim Proben zu sehen?).
Nichtsdestotrotz hätte gerade MTV das größte Potential die Webwelt hinsichtlich der Musikvideogewohnheiten der Konsumenten auf zu mischen und zu gestalten. Die Frage dabei ist, werden sie über ihren eigenen Schatten springen können und die kreativen redaktionellen Köpfe benutzten um Webcontent zu erschaffen, der seines gleichen sucht oder wie die Dinosaurier sterben, weil sie es nicht verstehen sich an zu passen und wie ligx auf eine kreative Weise interessante Inhalte zum Thema Musik zu bieten.
MTV Rookie ist da auch wieder so ein Ansatz, den ich grundsätzlich gut finde, aber auch hier wieder, zu inkonsequent, zu sehr an die Industrie angebiedert (ich mein der Hauptpreis ist ein Plattendeal, huhu was wir davon zu halten haben wissen wir, lebenslang auf Pump einer Plattenfirma leben) und zu einfältig. Wie wärs mit der Heavy Rotation als Gewinn? Da wäre ich als Musiker eher scharf drauf und ausserdem ist dieses Format zu sehr wie die unzähligen anderen Castingshows, die uns eh schon den letzten Nerv rauben, wo ist da der "unique selling point"? Richtig, den gibt es nicht.

Ich hätte da schon ein paar Ideen wie man Musikfernsehen, der Zukunft gestalten könnte aber ich hätte auch Ideen, wie man die Musikindustrie anders gestalten könnte. Der Punkt ist nur, dass es mittlerweile anscheinend viel zu viele graue Betonköpfe in den Chefetagen bei den Großen gibt, die nicht wirklich an Innovation, sondern nur an Marktanteilen interessiert sind, ich frage mich oft, ob diese Leute noch wissen was ihre eigenen Kinder hören und wie man Musik heutzutage konsumiert. Ob sie wissen, dass die Millionen in Deutschland, die jährlich auf Rockfestivals pilgern unisolo MTV höchstens nur noch aus langeweile oder die eine Stunde in der Woche gucken und generell Musiksendern ein sehr schlechtes Urteil ausstellen?
Sollte MTV wirklich interesse an frischen Ideen haben, können sie sich gerne mal bei mir melden ;) oder sich einfach mal ein bisschen Umsehen, wie das Web so funtioniert, wenn sie sich sogar von MeinVZ ausstechen lassen müssen, die demnächst auch Konzerte bringen wollen oder myspace auf denen neue Musikfuntionen eingebaut werden, dann muss ich sagen ... Jungs ihr habt die Zeichen der Zeit verpennt, schade um euer Potential es verpufft gerade in halbherzigen Ansätzen.
Es hat einen Grund, warum last Fm erfolgreich ist und Leute Abende lang auf youtube von einem Video zum andern surfen, denkt mal darüber nach. Als ich versucht habe auf der MTV Website ein Interview mit Serj Tankian an zu schauen oder überhaupt irgendein video, bekam ich nur die Meldung, dass das Video im Moment nicht verfügbar wäre, not available sind auch frische Ideen, man muss sich wirklich fragen ob die Entscheider dort noch in irgend einer Weise mit der Realität verbunden sind, wenn von 10 Kommentaren über die EMAs auf der eigenen Website, 8 ungefähr dem entsprechen, was ich am Freitag darüber geschrieben habe.

Auszüge gefällig?

"PEINLICH
Hoffentlich fällt die show nächstes Jahr den Sparmaßnahmen zum Opfer."

"PEINLICH LÄCHERLICH UND DUMM!!!!
Eigentlich hab mich auf die EMA'S dieses Jahr gefreut, aber dann: Ich hab nie so was peinliches und lächerliches gesehen!! Eine Beleidung für die ganze Musik-Welt!!! "

"Es is echt ne Frechheit das Mtv diese Sendung noch EUROPE music award nennt. 90 % der Leute die dort waren sind Amis die ihr Image mal wieder aufpolieren müssen."

"einerseits ... andererseits
es war schade, dass so grandiose auftritte wie der von "the killers" durch so lächerliche und unverdiente auszeichnungen wie die, die britney gewonnen hat entwertet wurden. wenn man sie aber nominiert, muss man auch damit rechnen, dass sie gewinnt. genug fans hat sie ja schliesslich. ausserdem sollte man mal darüber nachdenken awards nur an leute zu vergebn, die auch wirklich bereit sind diese persönlich entgegenzunehmen. da sieht man doch was solchen "stars" die so heiss geliebten fans wert sind"

"Was war denn man das???
Die Show war wie letztes Jahr und das Jahr davor mal wieder langweilig ... Da waren ja die VMA's noch aufregender dieses Jahr und die waren auch nich der Renner ,,, Hat alles irgendwie die letzten Jahre ganz schön nachgelassen ..."

MTV, what have you learned? Offensichtlich nichts, und auch, wenn ich persönlich die Gossipschlampe Perez nicht mag, er hat recht, wenn er sagt "hier im Netz spielen wir nach anderen Regeln." Ich z.B bin immer noch auf der Suche nach einem personal music video Channel und ich könnte mir noch so einige leckere Funktionen ausdenken, die den Suchtfaktor um 150% nach oben schieben, in diesem Sinne, schönen Gruß der Chefrocker.

Freitag, 7. November 2008

Selbstbeweihräucherung Teil 2

Nach den MTV Musik Awards in den Staaten, jetzt der zweite Teil der Farce in Europa und auch wenn man "abstimmen" konnte, was ich auch getan habe, wird in verschiedenen Foren trotzdem immer wieder der Vorwurf der Manipulation laut, können Tokyo Hotel wirklich Metallica schlagen?
Ich denke nein und ja v.a. nein, wenn es um solche Belange wie beste Live Band geht!

Seien wir mal ehrlich, jeder der mal eine Gitarre in der Hand hatte und zu Zeiten des schwarzen Albums von Metallica schon nachvollziehbar lange auf der Welt war und jeder der schon mal eine 3 Stunden show von Metallica und eine show von Tokyo Hotel gesehen hat, sagt ganz klar "sorry Tokyo Hotel aber das ist eine Farce (für Tokyo Hotel Fans: eine Farce ist etwas wenn es besonders absurd und unglaubwürdig ist also wie der EMA für TH, alles klar?) und einfach nur lächerlich". Metallica würden TH live sowas von an die Wand bomben, dass deren Fans sie von selbiger mit einer Spachtel wieder abkratzen müssten (was sie zweifellos auch tun würden). Allerdings kann ich im Falle von Tokyo Hotel noch nachvollziehen, wie die so ein Voting gewinnen können. 1000ende von 15 Jährigen, die den ganzen Tag nichts zu tun haben ausser in den Ferien, die jetzt erst in der BRD waren, wie blöde auf den MTV Seiten zu voten. Der durchschnittliche Metallica Fan, mit einem Job und vielleicht selber schon Kindern, hat einfach andere Sachen zu tun und interessiert sich in der Regel eh nicht für die Pisse auf MTV.
Und wie fanatisch die Fans von solchen Bands sind, wissen wir seit den New Kids on the Block, die hätten auch jedes Voting gegen Metallica gewinnen können obwohl die damals nicht minder bescheiden waren und wenigstens tun Tokyo Hotel noch so als ob die Sachen selber schreiben und spielen würden (ich kenne Gitarristen die angerufen werden wenn solche Bands den shice im Studio nicht sauber genug einspielen).

Und schon sind wir wieder bei Manipulation und Trickserei, denn bei Britney Spears kann ich es irgendwie nicht glauben, dass die die zwei EMAs durch voting von Fans bekommen hat, oder? Ich weiss es nicht, aber es ist nur schwer Vorstellbar. Vorstellbar, dass er locker übers voting hinein gekommen ist, hingegen, ist das bei einem anderen Herrn, der dann auch ausgezeichnet wurde.

Gut ich weiss nicht in wie weit hier beschissen wird, bei den US Awards darf man ja noch nicht mal voten und das im selbsternannten Mutterland der Demokratie und trotz Obama tsts.
Egal, was ich aber sicher weiss ist, das wieder mal nur acts mit Major Label im Rücken was gerissen haben bzw. nominiert sind, und da kann ich mich den Worten Ranickis nur anschließen, das ist widerlich.

Hach, es ist schön sich selbst zu feiern und das Geld der Leute zu verpulvern die 16Euro irgendwas für eine CD bezahlen, und wenn man genug Geld hat, kann man sich sogar selber rein kaufen in den ganzen Zirkus. Mit ein bisschen mehr als 3-4k Alben Pro Woche sind sie dabei, in den Top Ten und diese Praxis kann ich selber bestätigen, das ist fast schon gängig, dass ein Herr Bohlen die eigenen Platten kaufen lässt um seine Pseudostars auf obere Chartpositionen zu schieben, die Radiosender und MTV ziehen nach und damit geht der Verkauf dann erst richtig los, denn man verdient ja auch an der heavy Rotation nicht zuletzt über die Gema Gebühren.

Auf jeden Fall sollte man Musik nicht Leuten überlassen die nicht die Musik sondern nur die Kohle in den Vordergrund stellen, ganz besonders bei Rockmusik ist das immer sehr schlecht.

Aber vielleicht sollten wir das einfach wieder im Ring klären, die einzige gute Idee der letzten Jahre von MTV! Lasst sie um die Heavy Rotation kämpfen, dann kommen so Weichflöten wie Tokyo Hotel höchstens als Futter für diese Gentlemen in Frage ;)



schönes WE der Chefrocker

Montag, 3. November 2008

Kritikfähigkeit

So der Urlaub ist vorbei und deswegen gehts heute wieder munter weiter.

Der Duden sagt uns über Kritikfähigkeit folgendes:
Kritikfähigkeit ist die Fähigkeit und Bereitschaft,
sachlich und situationsgemäß Kritik zu äußern und
anzunehmen sowie das spätere verhalten darauf
abzustimmen.
Beispiele:

Der Schüler/Die Schülerin kritisiert die
Vorgehensweise oder das Verhalten anderer.

Der Schüler/Die Schülerin ändert seine
Verhaltensweise entsprechend der geäußerten Kritik
Konfliktfähigkeit

Es geht also im weitesten Sinne um soziale Kompetenz aber bleiben wir mal bei der Kritikfähigkeit, bei der meistens das passive sich der Kritik aussetzten gemeint ist.
Doch was hat das mit Rockmusik zu tun? Nun ja, jeder der sich in diesem Metier bewegt sollte sich drei Dinge aneignen ...

1. Ein dickes Fell um Kritik ertragen zu können ... aber das ist eh klar. Beispiele gefällig?

"Wie zu erwarten war, gehen IF mit diesem Album auf Nummer Sicher und versuchen, so ziemlich jeder Publikumsschicht in den Allerwertesten zu kriechen. Den Fans des Göteborg-Stils wird mit Alibi-Riffs das Maul gestopft, während die Anhänger diverser amerikanischer Sounds ein wenig pseudomodernes, null originelles Zeugs vorgesetzt bekommen. Fridén kann zudem immer noch nicht richtig singen und klingt von Album zu Album auch in puncto Extremvocals austauschbarer."

...klingt nicht wirklich nach den zur Zeit in der Szene so vergötterten In Flames, oder? wurde aber von den gleichen Leuten geschrieben, die sie Jahre später in den Himmel gehoben haben. (übrigens wurde hier die "A sense of Purpose" besprochen)

2. Kritik annehmen können

klingt erst mal wie ein Widerspruch, man soll Kritik nicht an sich ran lassen, aber sie trotzdem annehmen? Nun, dazu ist zu unterscheiden zwischen berechtigter und unberechtigter Kritik. Auch eigentlich klar ... Friden kann mittlerweile singen und stopft eher seinen früheren Kritikern das Maul nicht zuletzt weil er sich wohl ein paar der Kritiken zu Herzen genommen hat uns sich ein paar Gesangsstunden gegönnt hat. Und egal für wie gut man sich hält, es gibt immer was zu verbessern. Und wer Punkt 2 nicht kann, kann sich auch nicht weiterentwickeln.

So gesehen ist eine gute Balance zwischen Punkt 1 und 2 notwendig um sich weiter zu entwickeln, besser zu werden, und trotzdem selbstbewusst auftreten zu können.

Was aber, ist Punkt 3?

Ganz einfach, etwas, was ich bei vielen Bands in letzter Zeit etwas vermisse, die Fähigkeit deutlich eine Meinung zu äussern und zu vertreten, ja ich weiss jetzt werden viele schreien, aber die Ärzte und Rage Against the machine und blah ... tja aber die Jungs sind alle weit jenseits der 30, selbst die White stripes (und bitte nicht immer nur seven nation army als Beispiel nehmen, wie wärs mit "You Don't Know What Love Is" eine passendere Beschreibung für George Bush fällt mir nicht ein) .
Ich habe in letzter Zeit weit zu wenig junge Bands getroffen, die das Maul aufreissen und ich finde das schade. Selbst ein scheinbar künstlerisch poetisch verträumter Matt Bellamy, wählt in seinem Soldiers Poem sehr deutliche Worte, wohingegen junge Rockmusiker dieses Feld sogar eher dem Hip Hop überlassen und sich, mit Ausnahme vom Hardcore, und hier und da ein paar wenigen Metal-Combos völlig aus der Realität zurück ziehen. Warum nehmen sich Bands wie Kill Hannah oder The BossHoss politische Theman immer nur am Rande vor und wenn dann so herzlos nach dem Motto "hmmm wir brauchen neben den 5 Schnulzen noch einen politischen Songs, aber bitte nur nicht zu konkret werden"? Wenn ihr nichts zu sagen habt, dann könnt ihr doch gleich die Klappe halten.

Nein, wollen wir mal nicht ganz so böse sein, Rockmusik ist im Großen und Ganzen Gott sei dank noch nicht auf dem Niveau einer von Disney hochgezüchteten Barbie Hooker namens Miley Cyrus angekommen.
Aber ich freue mich über jede Band die nicht nur zwischen 1 und 2 jongliert, sondern auch von der eigenen Redefreiheit gebrauch macht.

und es gibt sie ja doch noch, so einzelne junge Bands die das Maul aufreissen ...



einen guten Start in die Woche,

der Chefrocker